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Henkubiks Bandinfo:

„Die Namensfindung war aus der Not heraus geboren, als wir nach sechs-wöchigem Bestehen unseren ersten Gig in der Tapas Bar "Viva Zapata" absolvieren sollten. Wir waren damals noch zu dritt und sprachen über die 3-er Potenz. Was vor einem Jahr im Sommer 2005 als Arbeitstitel gedacht war, ist nun geblieben, obwohl wir mittlerweile zu viert sind." Der holländische Alt- und Sopransaxophonist Henk Nuwenhoud möchte sogleich betonen, dass sein Name, der zwar die erste Silbe des Bandnamens bildet, keineswegs in die Irre führen soll. Er sieht sich nicht als „Leader", wie in einem klassischen Jazz Line – Up, in dem ein prominenter Instrumentalist, oder das meist - gefeaturte Instrument den Ton angibt. „Schon dass wir uns auf der Bühne in einer Linie aufstellen, soll Hinweis darauf geben, dass diese Gruppe eine von gleichberechtigten Mitgliedern ist."

Die Außenwirkung bleibt natürlich schon Aufgrund des Altersunterschiedes bestehen. Bassist Flo:Pee und Drummer Christian und Vibraphonist Marius Kliche sehen die Äußerung ihres an Lebensjahren reicheren Mitspielers differenziert: „Natürlich ist es die optische Präsenz von Henk in einer Livesituation die, dass der Betrachter auf den Gedanken kommen könnte, Henk sei der „Main Man", der mit seinen Jungs auftritt, und der Name suggeriert eine solche Dominanz zusätzlich. Wenn wir spielen wird dieses Vorurteil aber schnell beseitigt." Die Musik verrät auch auf der nun fertigen CD, dass bei Henkubiks jeder seinen gleichberechtigten Platz hat."

"Rhythmus is the leader"

Das Quartet stimmt damit überein, dass der Rhythmus in Form von „Groove" immer mehr an Bedeutung in der zeitgenössischen Musik gewonnen hat. Somit ist es auch nicht verwunderlich wenn die Form eines Songs, bzw. die Idee vor der Ausformulierung, von der Rhythmussektion kommt und Flo:Pee die Rolle des Musical Directors zukommt. Der aus dem Live Drum'n'Bass Trio Reaktor hervorgegangene Bassist bildet mit dem Drummer Christian Schulz, der nebenher in der Funkformation Space Brothers trommelt, den Backbone des Vieres. Nimmt man alleine schon die beiden Musikstile Funk und Drum'n'Bass, wird schnell klar, dass es sich bei Henkubiks um Musik handeln muss, die in die Beine geht. Aber auch diejenigen, die nun denken mögen, es drehe sich bei der Formation um den Dancefloor, liegt vollkommen falsch. Die Stücke basieren nie auf nur einem Pattern, das dann strikt durchgezogen wird, sondern sind komplex in ihrem Aufbau, arbeiten sich von einem Groove zum nächsten, hören oft anders auf als sie begonnen haben und sind in ihrer Totalität wiederum nicht Jazz, als dass dort die Form eines Stückes traditioneller weise mit einem Thema beginnt um mit dem gleichen nochmals schließt, während in der Mitte jeder sein Feature bekommt. Die Form der Stücke erinnert oft an eine Minisuite mit verschiedenen Parts. Allerdings klingt ihre Musik trotz ihrer Komplexität nie kopflastig. Und schon sind wir am Kern der Henkubikschen Besonderheit: Ihre Musik bietet viele Überraschungen, klingt dennoch sehr vertraut und ist genauso leicht wie schwer zugänglich.
Es kommt auf die Offenheit des Hörers an, ob er sich mit ihr einlässt.

„Jazz Not Jazz"

Nähert man sich der Band aus dem Blickwinkel eines puristischen Jazzenthusiasten, dann bleibt der Aspekt der harmonischen Einfachheit zu Gunsten der nachvollziehbaren Eindeutigkeit auf der Strecke. Hier geht es weder um den wilden Ritt über die so genannten Changes, noch um das Ausloten wie far out man harmonisch agieren könnte.
Nähert man sich aus dem Blickwinkel eines Danceflooraktivisten wird es spätestens bei den ungeraden Taktzahlen müßig für die Beine, und zu wild bei den improvisierten Stellen, da kein Loop rund laufen will. Es gibt kaum technische Tricks, mal ein flüchtiges Echo, um kurz den Dub zu zitieren, aber ansonsten befindet sich der Hörer im absoluten Akustikland.
Der Ablauf der Stücke ist sehr festgelegt, es gibt kein wirkliches Soloinstrument, dreiviertel der Gruppe hat sich dem Gebiet Jazz autodidaktisch genähert. Lediglich der zum Trio später hinzu gestoßene Vibraphonist Marius Kliche ist klassisch ausgebildet. Henk Nuwenhoud nennt die Band einen „Zufallstreffer" und determiniert den Sound als Summe aller gleichberechtigten Einzelteile.

Alle stimmen miteinander überein, dass Henkubiks eine working Band sein soll, mit eigenem Sound, der durch häufiges miteinander Musizieren generiert werden soll. Somit gestaltet sich der Arbeitsprozess im Vergleich zu einer losen Formation wie sie im Jazz oft vorkommt als relativ mühevoll. Das Erarbeiten der Stücke in Jamsessions hebt sich von der Arbeitsweise wie sie der klassisch ausgebildete Marius von losen Formationen her kennt als diametral umgekehrt. „Oft kommen die so genannten Profis mit Charts und Arrangements auf die Probe, was für das Erarbeiten der Songs wohl effizient ist, aber damit wird der Musik auch viel Eigenheit und Spontanität geraubt. Diese Musiker sehen ihren Beruf oftmals nur noch als Job um Geld zu verdienen, sie scheuen geradezu die Investition eigene Ansätze zu verfolgen zu Gunsten einer Routine, die sich dann auch in der Liveperformance bemerkbar macht. Diese Musiker brennen nur noch selten auf der Bühne."
Die Wildheit der Henkubiks kommt vom Entdeckergeist der vor allem jungen Mitglieder in der Band und oft ufern die Stücke auch aus, so dass sie nachträglich editiert werden mussten. Henk ist oftmals darum bemüht die um die zwanzig Jahre jüngeren Kollegen in ihrer Sturm- und Drangphase auf die Tugend der Geduld zurückzuführen. Zwar ist ihm die Wildheit des Sounds extrem wichtig, aber ihm ist auch bewusst, dass das Ziel eines konkreten Debutalbums noch nicht erfüllt ist und dass dieser Prozess Geduld braucht. Er sieht die vorliegende Aufnahme viel mehr als Promotional Tool, nicht mal als Demo für ein Debutalbum. Darüber sind die anderen geteilter Meinung.


Das erste Tondokument „In eigener Regie"

Das vorliegende Album „Aldila" wurde in eigener Regie aufgenommen. Das war wichtig und richtig für die Band. Gerade Flo:Pee hatte mit seinen ehemaligen Projekten keine guten Erfahrungen gemacht, wenn es sich um Studiosessions drehte, bei dem eine dritte Instanz den Ingenieursjob übernommen hatte. „Nie klang es so richtig überzeugend… das lag auch daran, dass wir zeitlich begrenzt waren, die Technik, die uns zur Verfügung stand überhaupt nicht kannten, und die einzelnen Bandmitglieder auch keinen blassen Schimmer davon hatten, mit welchen Mitteln man welchen Effekt erzielt." Mit Henkubiks wollte man auch die der Musik inne wohnende musikalische Wildheit ungefiltert auf Band bannen. Deshalb beschränkte man sich auf die nötige Anzahl an Spuren, es wurde viel mit dem hervorragenden großen Raum experimentiert und mit guten Mikrophonen eines befreundeten Toningenieurs beim Saarländischen Rundfunk, Peter Zengotta, ein sauberes Signal aufgenommen. Ansonsten waren die zunehmenden Kenntnisse über computergestütztes Aufnehmen durch das Studium Flo:Pees an der Saarbrücker Hochschule der bildenden Künste (HBK) von großem Nutzen. Er hat sich dann letztendlich um das Editieren und um die Postproduktion gekümmert. Alles in allem dauerte der Aufnahmeprozess zehn Tage, das Abmischen und Mastern allerdings zwei Monate. Durch Mastering wurde der Aufnahme von Analogmasterlord Henner Dondorf (Hardwax/SB) die wohlige Wärme und Kraft eingehaucht, die eine authentisch, ursprünglich klingende Produktion haben soll. Die Zeit zum Experimentieren hat sich auch deshalb gelohnt, da die Aufnahmesession die beste Zeit für die Band bedeutete. Insofern sind die Beteiligten mit dem vorliegenden Produkt glücklich, obwohl jedem bewusst ist, dass diese Momentaufnahme noch nicht der Weisheit letzter Schluss ist, insofern man sich noch auf der Suche nach dem ultimativen Stil und Sound befindet. Diese Selbsteinschätzung ist für Außenstehende und Nichteingeschworene sicherlich ein überraschendes Statement, da es Musikern nur selten gelingt, bereits nach einem Jahr eine solch reife Leistung, sowohl spielerisch, als auch klanglich abzuliefern. Viel mehr beweist diese Aufnahme einmal mehr, dass es keiner großen Maschinerie, auch keines namhaften Produzenten bedarf, um so überzeugend zu debütieren.


„Jeder für sich und nun alle zusammen"

Redet man mit den Kubisten einzeln, so wird klar dass außer dem eher bescheiden wirkenden Marius Kliche, sich hier eine Truppe mit jeweils starken Egos zusammengefunden hat. Gut so, denn das waren stets erfolgreiche Ensembles schon seit je her. Die Mischung als auch die Reibung macht's!

Henk Nuwenhoud - Altsaxophon, Sopransaxophon
(Alter bitte selbst einfügen)

Henk Nuwenhoud ist der Initiator der Band und das will er unterstrichen wissen, um es den Herren Kollegen mal ins Bewusstsein zu rufen.

„Ich habe Flo bei einer Jamsession kennen gelernt und mir hat sein Sound auf Anhieb gut gefallen. Ich habe Christian über gemeinsame Bekannte später kennen gelernt, und ohne dass ich ihn je zuvor gehört hätte, schlug ich ihm vor mit mir und Flo:Pee ein Trio zu gründen." Dieser wollte unbedingt einen vierten Mann haben, obwohl der Saxophonist aus Gründen seiner eigenen Vorlieben dem Trio als ideales Bandformat den Vorzug gegeben hätte. Das freie Spiel im Sinne von Ornette Coleman hat Henk am besten gefallen, als der Namensgeber des Free Jazzmovement sich auf beim Bandformat auf drei Leute beschränkte. Auch heute noch schwärmt Henk von der Jazz-Avantgarde der Sechziger Jahre. Das sind seine Roots: Prince Lhasa Quintet feat. Sonny Simmons, Albert Ayler, Eric Dolphy– bei Nennung dieser Namen glänzen seine Augen und man hört es seinem Ton an, dass die Wurzeln aus dem frei assoziative Spiel entstammen. Sein Sound ist warm und weich, aber in den oberen als auch den unteren Registern hat er Biss. Das Altsaxophon klingt in den unteren Lagen manchmal sogar wie ein Tenorsax.

Henk hat sich von seinen ursprünglichen Einflüssen mittlerweile frei gespielt. Mit 21 von Charlie Parker beeindruckt, war seine Liebe für das Altsaxophon geboren worden. „Ohne zu wissen wie das funktioniert was Parker da machte, liebte ich diesen Sound." Relativ bald folgte seine Liaison mit Dolphy und fast gleichzeitig mit Ornette Coleman, bei dem Henk relativ lange verharrte. Es geht bei den genannten Vorbildern um den Ausdruck, den ein Instrument nur durch seinen Spieler hervorbringt und genau dieser Ansatz ist der, den Henk in sein eigenes Spiel inkorporiert hat. Sein Stil trägt die Spuren dieser Zeit im Sound, das tatsächliche Spielen bei Henkubiks hat aber gar nichts mit frei assoziativer Musik zu tun, denn die Abläufe seiner Soli sind sehr strukturiert und einfach gehalten.

Das Musizieren kam durch die Liebe zur Musik. Henks eigentliches Metier ist das Schauspiel, doch mit dem Hören von Soul, R'n'B, Blues und Pop wollte er eigentlich nur spielen ohne dabei große Ambitionen als Musiker zu verfolgen. So ergab es sich dass er mit 15 Jahren ein Sax von der Wand eines Freaks nahm und rein blies. Die folgenden fünf Jahre hörte Henk diesen Sound in seinem Kopf bevor er sich mit dem ersten selbstverdienten Geld ein Saxophon kaufte. Noch bevor es Punk gab, wurde mit ein paar Kollegen aus Amsterdam eine Art Freakout gemacht. In den Jahren seiner Tournee-Tätigkeit als Schauspieler brachte Henk sein Saxophon immer wieder auf die Bühne. Bedingt durch seine Arbeit landete er vor zwanzig Jahren in Saarbrücken, wo er durch eine Liebe hängen geblieben ist. Durch das Theaterspielen entstanden Performances, die Schauspiel mit Musik kombinierten. Im Laufe der Zeit kam der Musik eine immer größere Rolle zu und Henk wurde in den kommenden Jahren zu einer erfolgreichen One Man Band, bei der sich das Set Up von Instrumenten jährlich änderte. Zwischenzeitlich bildet der Einzelgänger auch Duos mit anderen saarländischen Jazzgrößen wie Bernd Begener und dem Drummer Oliver Strauch, mit dem Henk seit zehn Jahren ein Trio unterhält, das Musik für Stummfilme aufführt.
Henks Interesse an neuer, einfacherer, groove - orientierter Musik ist aber ebenso so stark wie das von Christian an neuer anspruchsvoller Jazzmusik. Insofern nähern sich die beiden Pole von den Enden aus, wo der jeweils andere herkommt und treffen sich in der Mitte. Henk genießt es vor einem jungen Publikum zu spielen, das so anders ist als das aus der reinen Kunstszene. „Es stehe mir gut sagen meine alten Kollegen!" und grinst verschmitzt dabei.


Christian H. Schulz - Drums
(30)

Geboren am 05.08.76 in Indonesien, Magellan, eine Autostunde von Jarkata entfernt, fing Christian mit sechs Jahren Keyboardunterricht zu nehmen. Ein großer Teil seiner Verwandtschaft schrieb sich an der Yamaha Music School of Indonesia ein, um dort ein Instrument zu lernen. Da sein Cousin den ursprünglichen Plan fallen ließ Schlagzeug zu lernen und Christian das Keyboard als zu uninteressant empfand, wechselte er zum Drumset über. Dabei war Jazz nicht der Grund warum er angefangen hat auf die Kessel zu schlagen. „Angefangen hatte ich als Rocker. Mir haben solche Bands wie Mötley Crüe gefallen. Alleine die sportliche, körperlich betonte Spielweise solcher Drummer wie die von Tommy Lee oder Lars Ulrich, hat mich angezogen. Aber schon vor dieser Zeit hörte ich andere interessante Musik, wie die von The Police. Insoweit war Stuart Copeland ein erster unbewusster Einfluss." Als Christian den Kontakt zum deutschen Vater wieder aufnahm, war der Plan nach Deutschland zu gehen gefasst und so zog er ins Saarland. Dort trommelte er sich zuerst in Schülerbands durch ein Coverprogramm von Nirvana, Guns'n'Roses und Rage Against The Machine. Dann kam der Umzug ins Ruhrgebiet, wo Christian ein Studium anfing. Durch eine extreme, wilde und drogengeschwängerte Zeit in einer Formation mit einem Gitarristen und einem genialen Keyboarder der sich später das Leben nahm, kam danach das nüchterne Erwachen. Mit dem Gedanken, dass Schlagzeug kein vollwertiges Instrument sei, hatte Christian auch zwischenzeitlich angefangen andere Instrumente wie Klavier zu lernen. Beeinflusst durch Musikstile wie Bossa Nova wandte er sich auch der Gitarre zu. „Zwischenzeitlich hatte ich eine Phase zu bewältigen, in der ich die Stöcke kaum angerührt habe. Ich habe das Schlagzeug ganz bewusst als Instrument runter gemacht. Dies hat meiner geistigen Entwicklung gut getan, was sich bei der Wiederaufnahme des Schlagzeugspiels auch ausgezahlt hat. Ich bin von dieser Krankheit, die aus dem Gedanken an Hochleistungssport resultiert, geheilt." Die Zeit nach dem Ruhrpott, in der Christian als Student in den Nachtclubs Napolis die Nächte oft mit Jamsessions verbracht hatte, führte ihn dorthin, wo er sich heute musikalisch befindet. Mit der Funkformation Space Brothers ging er schon vor Italien zu Werke. Den Ansatz seiner nach wie vor bestehenden Funkformation sieht er eher als „Sektmusik", wo er einfach hemmungslos drauflos spielen kann. „Wir sitzen meistens mit unseren Instrumenten zwischen dem Publikum und wissen oft nicht wie es weitergehen soll und am Ende sind wir alle glücklich besoffen. Ein cooles Ventil um Dampf abzulassen."

Der Ausgleich in Form einer intellektuelleren Herangehensweise musste aber bald kommen. Durch die längere Bekanntschaft mit Flo:Pee und einer gemeinsamen Freundin von ihm und Henk kam es dann zur Gründung der Henkubiks. Heute ist Christian total angetan vom Sound eines Drummers, viel mehr als davon was er spielt. Aus diesem Gedanken heraus hat sich die Annährung an das Drumset völlig neu gestaltet. Die großen Jazz Drummer wie Tony Williams, Elvin Jones oder Art Blakey haben ihn genauso befruchtet, wie die zeitgenössischen, neuen Helden der Szene. Jeff Ballard, der seinen Stil kontinuierlich weiterentwickelt, ist ein Beispiel für den idealen Drummer der Jetztzeit. Er verkörpert mit den vielen verschiedenen Projekten bei denen er mitmacht die von Christian angestrebte Wandlungsfähigkeit durch hartes arbeiten - einer Tugend, der Christian gewissenhaft nachgeht: er möchte nicht stehen bleiben und wechselt daher seine Stockhaltung alle Jahre. „Du hast die Wahl entweder wie andere zu klingen, oder an Dir zu arbeiten und einen eigenen Sound zu destillieren. Ein Drummer muss nicht unbedingt viel spielen, aber es muss der Musik dienen. Insofern gefallen mir auch minimalistische Trommler wie bei Al Green. Allerdings muss man hören können wie sich ein Schlagzeuger weiter entwickelt. Das ist mir extrem wichtig!"



Flo:Pee – Kontrabass
(32)

Flo:Pee spielt Bass und das für sein Leben gern. Schon in seiner ersten erfolgreichen Drum'n'Bass Live Formation Reaktor gab er den Ton an, nicht nur an den vier Saiten, auch durch das Mikrophon. Somit ist er heute in seiner Rolle als Sideman dreier gleichberechtigter Musiker an eine größere musikalische Funktionalität gebunden. Dennoch ist er ein ziemlicher Blickpunkt auf der Bühne. Immer noch kann Floo Pee auf der Bühne es nicht lassen die Mitmusiker und sich anzufeuern und nicht selten hört man ein anfeuerndes „Yeah!" über seine Lippen kommen. Auch der eingebaute Tanzschritt neben dem Fuss des Kontrabasses markieren es ganz deutlich: Er ist ein Motor, der die Band nach vorne treibt. Sein Ton ist auch durch den ehemaligen, den Dancefloor rockenden Dreier begründet. Kräftig und markant, sehr perkussiv und dynamisch zieht er die vier Saiten.
Bei Flo:Pee war es eine koninuierliche Entwicklung vom Rockbassisten, der auch schon in einer auf deutsch rockenden Grungeformation beharrliche Achtel im Wechselschlag anschlug, über ein Funkensemble bis zu seinen weitreichenden Einflüssen aus der Welt der elektronischen Musik. Natürlich hat Flo:Pee bis dorthin schon immer viel Verschiedenes gehört, doch schon bevor es mit Pearl Jam, Alice In Chains und anderen Seattle Ikonen vorbei war, ergriff ihn der Drum'n'Bass Virus, aber immer die jazzigere Variante als die Düsterfraktion, sprich solche Acts wie Roni Size mit dem ersten Reprazent Album, 4 Hero, Alex Reece, Rockers Hi-Fi und andere Heroen der Liquid Drum'n'Bass Posse. Auch andere elektronische Musik, die vor allem von der Insel rüber geschwemmt wurde waren dafür verantwortlich, dass sich Flo:Pee bei Reaktor immer schon für die Produktionsweise elektronischer Musik interessierte: MoWax und Trip Hop, Ninja Tunes und Headz Musik, es muss „Knarzen"! Schon während der Zeit fing Floo Pee mit dem DJ-ing an und vermischte v.a. Drum'n'Bass mit NuJazz und Downbeat. Daher sind auch heute noch solche Bands wie Jaga Jazzist oder Cinematic Orchestra eine Inspirationsquelle für den Designstudenten. Flo war es dann auch, der beim Aufnahmeprozess der ersten Henkubiks Session die Studiosituation von der Position des Regiestuhls am besten her kannte und folglich auch den Zeremonienmeister abgab. Er hat die Postedits gemacht, die kleinen Effekte, die dem Quartet einen Hauch Electronica verpassen. „Ich kann mir auch vorstellen wieder mehr mit Beats und Elektronik zu arbeiten, aber dafür würde es ein neues Projekt brauchen." Bei Henkubiks will er bewusst akustisch bleiben und nicht all seine Interessen in ein Projekt reinpacken.
Bei dem Stylertum fragt sich der Kollege Schulz, ob es Flo:Pee überhaupt taugt Jazz zu spielen und Henk markiert süffisant, dass das Verständnis Flo:Pees für Jazz bei Herbie Hancock aufhören würde und der hätte schließlich schon zu Blue Note Zeiten Fusion gespielt. Flo:Pee hält dagegen, will sich frei machen von Vorbildern, hört manchmal nicht bewusst so viel Musik, um sich beim Komponieren losgelöster zu fühlen. Manchmal sind es sogar eher die Piansiten, deren Namen er sich von Jazzplatten besser merken kann.
Gerade Flo:Pees Einfluss rückt Henkubiks aus der Ecke der bierernsten Jazzmafia raus, er selektiert vor, legt zusammen mit Christian die Teile fest, auf denen man das Motiv für ein Stück entwickelt. Musik mit gutem Bass sind für ihn heute auch Jill Scott, Outkast, das neue und alte Hip Hop Zeug. Dafür muss man ein Ohr haben und nicht nur viele Noten spielen. Für Flo:Pee gibt es keine Schranken, schon gar nicht wenn es um Genres geht.

Marius Kliche – Vibraphon

(Alter bitte selbst einfügen)

Angefangen Akkordeon zu spielen hat er mit sechs Jahren, sattelte mit zehn auf Klavier und mit 12 dann schließlich auf das Schlagzeug um. Bei so viel Interesse an verschiedenen Musikinstrumenten war es eigene Motivation sich in die Musik rein zu knien, was auch zu dem Wunsch führte Berufsmusiker zu werden. Also begann Marius Kliche eine Ausbildung zum klassisch trainierten Schlagzeuger an der Musikhochschule Saarbrückens. Mit dem Vibraphon begann er erst auf dem Gymnasium – für ihn bildet es die ideale Schnittstelle zwischen dem perkussiven Ansatz eines Schlagzeuges und der harmonischen Komplexität des Klaviers. Seine Wurzeln sieht Marius bei keiner festgelegten musikalischen Richtung angesiedelt und auch heute noch interessiert er sich für allerlei Verschiedenes, sei es Klassik, Rock oder Pop, Jazz - er muss in so manchem Kontext sein Können beweisen, spielte er vor Kurzem noch in einem Ensemble zum Musical Fame. Die Vorliebe für Jazz kam eigentlich während er sich dem Klavierspiel in der Schule zugewandt hatte. Als Schulbandmitglied trat er in verschiedenen Kontexten auf, gewinnt mit dem Wettbewerb „Jugend jazzt" den dritten und den ersten Platz und da fing es an, dass er im Jazzkontext das Vibraphon bediente. Während des Zivildienstes geht es dann über ein Trio und eine Fusionband weiter auf dem Pfad synkopierter Noten. Das Drumset bediente er eher im Rockkontext und so ist es kaum verwunderlich wenn er bei der Frage nach der Nennung seiner Top Five Lieblingsalben Bands wie Steely Dan „Aja" oder Nirvana „Smells Like Teen Spirit" und als neuen Einfluss Porcupine Tree nennt. Natürlich gefällt ihm auch Jazz wie „Speak Like A Child" von Herbie Hancock (schon wieder der!) und Eric Truffaz.

Zu Henkubiks kam er über gemeinsame Bekannte mit Flo:Pee. Phase IV war ein Projekt mit dem saarländischen Avant Garde Jazzposaunisten Christoph Thewes und Ex - Sea Empress Sängerin Sabine Noss und mit beiden zusammen hatte der frühere Reaktor Bassist schon gejamt. „Eines Tages rief Flo:Pee bei mir an und fragte mich, ob ich Lust und Zeit hätte mit ihm, Henk und Christian eine Band zu machen – hatte ich, ohne genau die Ziele, Hintergründe und Stilistiken der anderen zu kennen. „Flo:Pee kannte ich noch von Reaktor her und das taugte mir. Henk verortete ich immer nur in der Schauspielszene, war aber sehr erstaunt als ich ihn auf der Probe sah und hörte. Nachdem ersten Probetermin, der bei seinem Aktionsradius als Musiker schwer zu finden ist, wollte er seine Zugehörigkeit auch erst mal offen halten, auch wegen der ungewohnten Arbeitsweise sich das Repertoire in Jams zu erspielen. „Sowas ist ja sehr zeitintensiv und bei meinem Standortproblem eine Stunde Autofahrt entfernt zu wohnen, ist es immer noch so, dass ich nicht bei jeder Probe dabei sein kann. Insofern bin ich immer ein bisschen außen vor." Ein anderes Problem ergab sich auch daraus, dass die anderen drei Autodidakten sind und Marius der einzige ist, der so richtig gut Blatt lesen kann. Das gehört aber zum Henkubikschen Personalstil. Seine Rolle bei Henkubiks sieht Marius als patternorientierter Rhythmusmusiker, der mit der speziellen Klangfarbe des Vibraphones minimalistische Akzente setzt - minimalsistisch nicht im Sinne von reduziert, sondern einfach, denn wenn die Henkubiks aufs Gaspedal treten kann man kaum von dezent reden. Marius fängt die Denkanstösse seiner Mitmusiker auf und übersetzt sie in seine eigene Sprache. Trotz Zeitmangel will er bei Henkubiks bleiben, denn es sei selten, dass sich so besondere Musiker mit der vorliegenden Chemie zusammen finden. Vor allem gefällt ihm der Gedanke daran, dass er nicht bei einem Mukkerhaufen mitspielt, der nur noch wegen Cash auf der Bühne steht. Es macht ihm vor allem sehr viel Spass mit dem Quartet zu spielen, möchte sich aber nicht durch die Band profilieren und im Vordergrund stehen. Positiv überrascht ist er auch über die Reaktion der vielen verschiedenen Leute, denen er Henkubiks bisher vorgespielt hat: „Egal wem ich das Demo vorgespielte, es hat ausnahmslos JEDEM gefallen, sogar einem Heavy Metal Fan, der nicht wusste von wem die Musik eigentlich kommt – und der kann mit Jazz normalerweise gar nichts anfangen." Aha!!!

Release

Henkubiks - Aldila - The Remixes